Stolz wie Bolle

Kennt Ihr das? Wenn Ihr plötzlich was ganz Tolles über Euch seht oder lest, womit Ihr nicht gerechnet habt? Mir geht es gerade so – denn ich bin über einen schönen Facebook-Post über mich gestolpert.

Eins vorweg: Facebook ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding. Ich bin daher auch nicht bei Facebook, sondern konzentriere mich einzig und allein auf meinen kleinen, aber feinen Blog. Frei nach dem Motto: Wer nach mir sucht, der findet mich schon…

Hin und wieder googelt Papa aber mal nach „Amelie Wundertüte“ – und ist dabei auf einen Facebook-Beitrag – schon vom 6. Juli – gestoßen, der mich (und Mama und Papa) schon ein wenig stolz macht!

Demnach haben Heilerziehungspflegehelfer-Schüler aus Bamberg im digitalen Unterricht nach Bloggern mit Behinderung recherchiert. Und: Mein Blog war der Favorit von gleich mehreren Testlesern!

Wer von Euch mag, kann da ja mal „Gefällt mir“ klicken (ich kann das ja nicht… 😉 ). Ich freue mich jedenfalls sehr darüber und fühle mich auch ein wenig geschmeichelt – und dieses Ergebnis motiviert mich (und meine Ghostwriter Mama und Papa) natürlich, fleißig weiter über mich und das, was mich bewegt, zu bloggen.

Vielen lieben Dank an die HEPH-Schülerinnen und -Schüler aus Bamberg! 🙂

Das Für und Wider

Meinen Blog gibt es mittlerweile schon seit 3 Jahren. Dem „Go Live“ ging damals ein sehr, sehr langer Prozess voraus, bei dem es letztlich um eine zentrale Frage ging: Ist der Weg in die Öffentlichkeit richtig? Gibt es da überhaupt ein „richtig“ und ein „falsch“? Der Aktivist Raul Krauthausen hat das Thema jetzt öffentlich platziert.

Wenn Eltern über ihre (behinderten) Kinder bloggen“ lautet die Überschrift über einen aktuellen Beitrag in seinem Blog. In seinem Artikel äußert er sich kritisch über die Art und Weise, wie manche Eltern ihre Kinder ins öffentliche Schaufenster stellen. Raul Krauthausen sagt, dass alle Kinder vorher gefragt werden sollen – und zwar wirklich alle Kinder. Auch Kinder wie ich.

Eins vorweg: Er stößt eine sehr wichtige Debatte an – und trifft dabei genau die Frage, vor der Mama und Papa vor mehr als drei Jahren auch standen. Natürlich schreiben Mama und Papa meine Blogbeiträge – wenn auch aus meiner Perspektive. Und natürlich kann ich nicht sagen, ob ich das gut oder schlecht finde.

Es ist auch richtig, dass alles, was im Netz ist, auch bleibt. Alle Bilder, alle Texte. Mama und Papa können das Internet nicht wie ein Buch zuklappen, wegstellen und verstecken. Das alles war Mama und Papa auch bewusst. Und genau deshalb haben beide lange darüber nachgedacht, sich mit Familie und Freunden darüber ausgetauscht, um das Für und Wider abzuwägen.

Am Ende haben Mama und Papa gesagt: Ja, wir machen den Blog. Und wir machen ihn „echt“, ohne Kitsch, authentisch, mit meinem richtigen Namen. Warum? Weil es uns um Inklusion geht, um Teilhabe. Darum, dass wir uns begegnen, uns gegenseitig besser verstehen. Wenn wir rausgehen aus unserem Mauseloch und uns nicht verkriechen, erst dann geben wir anderen auch die Chance dazu, nicht nur durchs Schlüsselloch zu gucken, sondern auf uns zugehen zu können.

Das Internet und ein solcher Blog bietet diese Plattform – trotz aller berechtigter Bedenken. Es ist immer auch die Frage des WIE. Die bisherigen, sehr positiven Rückmeldungen auf meinen Blog, auf meine Artikel und meine Alltagsgeschichten bestärken uns, dass der Weg zumindest nicht komplett falsch war. UND: Dank Eurer Hilfe konnte ich mir Herzenswünsche erfüllen! Das wäre ohne meinen Blog nicht möglich gewesen!

Dennoch: Der Artikel von Raul ist wichtig, weil er Denkanstöße für eine sehr wichtige Debatte gibt. Und weil auch wir uns immer wieder hinterfragen können, ob, was und wie wir uns öffentlich präsentieren.

In eigener Daten-Sache

Ist Euer Mail-Postfach auch vollgelaufen wegen der DSGVO? Ich finde die Abkürzung ja so witzig… obwohl das Thema an sich ja gar nicht witzig ist. Mama und Papa haben sich jedenfalls echt viele Gedanken gemacht, was das für meinen kleinen Blog bedeutet…

Mama und Papa sind von der DSGVO jedenfalls schon ein bisschen genervt. Klar ist die Verordnung ja eigentlich eine echt gute Sache. Aber zum einen sagen beide, dass unsere Mail-Postfächer gerade überquellen wegen irgendwelcher Newsletter-Neuanmeldungen und Hinweisen zum Datenschutz. Zum anderen stand die Frage im Raum: Was heißt das für uns? Etwa das Ende von „Amelie Wundertüte“? Im Internet konnte man ja schließlich lesen, dass die ersten Blogger ihre Seiten ja schon dicht gemacht haben. Das kann’s doch nicht sein!

Papa hat sich dann schlau gefragt – und mit fachmännischer Hilfe ein paar Sachen in meinem Blog geändert. Ist Euch das schon aufgefallen?

Zuallererst sind die Infos auf der Datenschutzseite und im Impressum angepasst. Außerdem haben wir die Kommentarfunktion entfernt. Das finde ich schon ein wenig schade, da Ihr jetzt nicht mehr die Artikel direkt kommentieren könnt. Aber wer mich kontaktieren will, kann das ja weiterhin tun. Schreibt mich dann einfach persönlich an unter info@amelie-wundertuete.de. Ich freue mich über jede Mail! 🙂