Happy 2021! Na ja…

Zuallererst Euch allen ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr 2021! Auf dass das neue Jahr besser wird als das alte… Ich bin und bleibe zuversichtlich – auch wenn das neue Jahr schon irgendwie doof beginnt…

Den Jahreswechsel habe ich erstmal gut überstanden. Zwar wurde auch hier um uns herum geböllert (ich frage mich, wo und wie die Böllerheinis das Zeug organisiert haben…) – trotzdem stand ich dieses Mal nicht senkrecht im Bett wie in den Vorjahren.

Und nun habe ich mich total auf die Schule gefreut. Ich weiß, dass das Thema Schule gerade ein ganz heißes Eisen ist: Die einen sagen: „Lasst die Schulen auf – so gut es geht!“ Die anderen sagen wiederum: „Macht die Schulen als Pandemietreiber zu!“ Irgendwie habe ich das Gefühl, beide Lager stehen sich unerbittlich und kampfeslustig gegenüber. Warum?

Klar, wir alle sind gereizt, hochbelastet und auch zermürbt. Klar hat sich die Politik leider zu wenig um Luftfilterkonzepte, Homeschooling-Strategien, Eltern-Sonderurlaub, Betreuungs- und Entlastungsangebote etc. gekümmert. Klar ist auch, dass uns alle nun die Versäumisse aus den Jahren VOR Corona einholen, weil das Thema Digitalisierung einfach verschlafen wurde. Und jetzt kriegen wir alle die Quittung.

Vergessen wurden also nicht nur wir „Unerhörten„, sondern eigentlich alle Schüler und Eltern. Das Resultat ist jetzt, dass alle unzufrieden sind – und das ist nicht gut und sogar leider gefährlich…

Eine Anekdote am Rande: Diesmal hat das Niedersächsische Kultusministerium die Förderschulen (wie meine) übrigens nicht vergessen (so wie im Frühjahr beim ersten Lockdown) – sondern explizit darauf hingewiesen, dass das jetzige Lockdown-Szenario an Förderschulen so wie das der Grundschulen sein wird. Also: Man ist doch lernfähig…

Ich persönlich habe insofern Glück, dass ich in die Notbetreuung falle. Sowohl Papa als auch Mama gelten als systemrelevant (für mich eines der Wörter des Jahres 2020…), so dass ich jeden Tag zur Schule darf. Wenn ich fit wäre – denn passend zum Schulstart habe ich mir eine Schniefnase geholt.

Als reine Vorsichtsmaßnahme hat meine Kinderärztin heute einen Corona-Abstrich gemacht. Jetzt warten wir auf das – hoffentlich, und davon gehen wir alle aus – negative Ergebnis. Ich kuriere meine Schniefnase jetzt in Ruhe aus und dann geht’s ab Montag für mich in die Schule plus Therapien etc.

Ich freue mich jedenfalls darauf – Mama und Papa übrigens auch…

Im Corona-Glück – vorerst

Gut gelaut zurück aus meiner Kupferhof-Woche bin ich seit heute wieder in der Schule – in der jetzt in der sogenannten „Lockdown light„-Zeit wieder vieles anders ist. So gilt auch bei uns jetzt die Maskenpflicht auch für uns Schüler. Und heute Nachmittag kam dann noch die Nachricht, dass es in meiner Schulklasse einen bestätigten Corona-Fall gibt – und ich die einzige bin, die weiter zur Schule darf…

Aber mal alles der Reihe nach… Gestern kam zunächst die Info, dass nun auch wir Schüler eine Maske in der Schule tragen müssen – was ich grundsätzlich völlig richtig finde in der heutigen Zeit. Allerdings kann ich aufgrund meiner Beeinträchtigungen nun mal keine Maske tragen – das klappt beim besten Willen nicht. Also haben Mama und Papa von unserer Kinderärztin eine Bescheinigung zur Befreiung geholt.

Soweit so gut. Die ganze Entwicklung lässt uns aber irgendwie ratlos zurück. Denn auch in Osnabrück gilt ja mittlerweile eine Maskenpflicht in der gesamten Innenstadt. Was ist nun aber, wenn ich mal mit Mama und Papa in der Innenstadt unterwegs bin? Zum Beispiel am Freitag, wenn ich zum Zahnarzt muss? Muss ich dann meine Bescheinigung vor mich her tragen – um so zu verhindern, dass wir von anderen komisch angeguckt werden? Ach wie schön wäre es, wenn es seitens der Verantwortlichen etwas mehr Transparenz und Aufklärung darüber gäbe, dass es auch Menschen gibt, die keine Maske tragen können und daher von der Pflicht befreit sind…

Leider passiert das aber nicht. Und so wird es weiter Nachrichten und Meldungen geben, dass Menschen mit einer auf den ersten Blick nicht so offensichtlichen Behinderung angepöbelt werden, wenn sie keine Maske tragen – trotz einer Bescheinigung über die Maskenpflicht-Befreiung. Und das ist sehr bitter…

Was schließen wir daraus? Wir werden die Innenstadt so gut es geht meiden, um genau solche Situationen zu vermeiden. Das nennt man dann übrigens Exklusion – das Gegenteil von Inklusion…

Aber zurück zum Thema: Heute Nachmittag kam die Info, dass es einen bestätigten Corona-Fall in meiner Klasse gibt. Alle müssen jetzt zuhause bleiben – nur ich nicht. Warum? Ich war vergangene Woche ja gar nicht in der Schule, sondern im Kupferhof. Somit hatte ich keinen Kontakt – und kann nun weiter zur Schule gehen, wenn auch dann in eine Nachbarklasse der gleichen Kohorte.

Das nennt man dann irgendwie „Glück in Corona-Zeiten“ – zumindest vorerst. Denn machen wir uns nichts vor: Jetzt startet in den Schulen zwar das sogenannte „Szenario B“ mit geteilten Klassen. Aber es ist eine Frage der Zeit, dass alle Schulen schließen. Und das wird mit Blick auf die rasant steigenden Corona-Zahlen schon bald der Fall sein… Tolle Aussichten…

In der Kupferhof-Blase

Seit Samstag bin ich wieder im Kupferhof. Erst mit Papa und seit gestern Abend alleine. Noch bis Sonntag mache ich hier „Urlaub“ – der Kupferhof ist in Zeiten wie diesen wie eine kleine „Corona-Blase“.

Es heißt ja derzeit völlig zurecht „Bleibt möglichst zuhause und vermeidet unnötige Reisen“. Und dann mache ich Urlaub? Wie passt das zusammen? Sehr gut – denn zum einen ist der Kupferhof ja kein „klassischer“ Urlaub, sondern eine Kurzzeitpflegeeinrichtung. Und zum anderen bin ich da praktisch isoliert und wie in einer Blase.

Nicht nur ich, sondern auch Papa musste vorher einen Corona-Test machen, da wir aus einem Risikogebiet kommen (Osnabrück liegt mit seinem Inzidenzwert mittlerweile weit über 50…). Im Kupferhof selber gelten natürlich strenge AHA-Regeln, zudem kommt da keiner so einfach rein. Somit bin ich dort eigentlich geschützter als zuhause mit meinem Alltag und den Kontakten, die der Alltag mit sich bringt…

Papa ist gestern Abend wieder nach Hause gefahren und macht mit Mama „Zuhause-Erholung“. Am Sonntag kommen beide, um mich wieder abzuholen. Dann sammeln sie mich sozusagen „nur“ an der Tür und mich gepacktem Koffer wieder ein. So müssen sich nicht den Kupferhof betreten und auch keinen neuen Corona-Test machen.

Ich genieße jetzt hier die Tage – „elternfrei“ … 😉