Knacks im Flamingo

Das neue Jahr hat bei uns mit einem kleinen Schreck begonnen: Mein Duschstuhl hat einen Knacks in der Kunststoff-Verschalung. Passiert ist das mitten beim Duschen – und wir haben uns ganz schön erschrocken…

Nochmal kurz zur Einordnung für alle: Zum Duschen habe ich ja einen speziellen Duschstuhl, den „Flamingo„. Da setzen mich Mama und Papa dann rein, fixieren mich da drin mit den klappbaren Seitenpelotten und fahren mich dann damit in unsere barrierefreie Dusche. Das klappt auch alles gut und wunderbar (auch wenn es für alle immer beschwerlicher wird, da ich ja größer und schwerer werde…).

Das einzige, was ich nicht so dolle finde, ist, wenn mir beim Haarewaschen Wasser ins Gesicht läuft. Dann passiert folgendes: Ich erschrecke mich und meine Spastik schießt ein. Ich bin dann ganz steif und werfe mich förmlich nach hinten. Mittlerweille habe ich ja ordentlich Kraft und Gewicht – und jetzt passierte es: Meine Spastik schießt ein und plötzlich macht es „Knack“.

Papa hat sich das dann direkt angesehen – und nun sind da gleich mehrere Risse hinten in der Rückenlehne… Papa hat das gleich unserem Rehatechniker geschrieben, der kümmert sich jetzt um eine Reparatur oder um einen Ersatz. Nicht, dass mir der „Flamingo“ beim nächsten Duschen um die Ohren fliegt…

e-fix: Rolli unter Strom

Ich bin jetzt wahlweise elektrisch unterwegs! Seit ein paar Tage hat mein Rolli nämlich einen elektrischen Zusatzantrieb: den e-fix. Damit kann ich jetzt Steigungen, Hügel und Co. mit Leichtigkeit bewältigen – und Mama, Papa, meine Buddies und Co. können aufatmen… 😉

Aber erstmal zum wieso, weshalb, warum: Die Nicht-Osnabrücker von Euch wissen ja nicht unbedingt, dass ich hier am Limberg wohne – das sind natürlich keine Alpen, aber das ist schon ordentlich, mich hier hoch- und runterzuschieben. Dazu kommt, dass sowohl mein Rolli als ja nun mal auch ich jeweils 40 Kilo wiegen. Und 80 Kilo einen Hügel hochzuschieben, macht zwar auch ordentlich Muskeln – ist aber nicht für jeden machbar.

Also haben wir vor einiger Zeit unseren Reha-Techniker unseres Vertrauens gefragt. Der hat 2 Modelle für einen elektrischen Zusatzantrieb vorgestellt – und der e-fix von der Firma Alber hat uns gleich begeistert! Meine Krankenkasse offenbar auch, denn die hat die Kostenübernahme sofort bewilligt.

Das e-fix-System funktioniert ein bisschen wie bei einem Pedelec: Wer mich schiebt, kann am Griff den Antrieb einschalten und sich dann elektrisch unterstützen lassen. Motor, Bremse, Getriebe und Kupplung sind jeweils in den beiden Radnaben integriert, der Akku ist unterhalb der Sitzschale befestigt. Und das Handling ist ganz einfach, sagen alle.

Ok, jetzt ist zwar Winter und meine Spaziergänge werden weniger. Aber bald ist ja Weihnachten – und die Stammleser wissen ja, dass ich da mit Papa mein Weihnachts-Zoo-Besuch-Ritual habe. Und Papa freut sich schon wie verrückt, dann stolz mit mir die hügelige Zoo-Landschaft zu erkunden… 😉

Wieder im Bootcamp Köln

Das „Bootcamp Köln“ hat mich wieder! Diese Woche war ich wieder in der UniReha Köln zum Start der 2. Phase des „Auf die Beine“-Programms. Ihr könnt es Euch bestimmt denken – es war wieder anstrengend, aber auch wieder total klasse!

Es war aber auch zugegebermaßen komisch, nach einem Jahr Pause wieder auf und an dem Galileo-Kipptisch zu liegen bzw. zu stehen. Aber ruckzuck war ich wieder drin und hatte wieder richtig Lust am Turnen!

Zuallererst haben wir aber den Check gemacht, was sich alles in dem einem Jahr Pause verändert hat – schließlich habe ich ja einen ordentlichen Wachstumsschub hinter mir: 142 cm groß, 40 Kilo schwer – kein Wunder, dass ich insbesondere beim gehaltenen Stehen meine Schwierigkeiten habe und gerne in die „Froschhaltung“ gehe…

Genau deshalb haben wir das gehaltene Stehen auch wieder besonders geübt, auch auf dem Galileo. Da haben sich meine Therapeutinnen auch was besonderes einfallen lassen, um die „Froschhaltung“ – also das Wegknicken meiner Beine nach außen – zu verhindern: Unterhalb der Knie haben die mir ein „Rubberband“ um die Beine gebunden und sie somit zusammengehalten… clever… 😉

Mit meinem Posterior Walker bin ich ja wegen meiner Stehschwierkeiten nicht mehr so gut klargekommen. Meine Therapeutinnen haben daher mal den „Dynamic Pacer“ getestet — und den fand ich total klasse! Der Vorteil: Mama und Papa können mich viel leichter reinsetzen/-stellen, außerdem werde ich da in diesem Walker viel besser gehalten und positioniert, und zwar durch einen speziellen Sattel – genial! So einen „Dynamic Pacer“ könnte ich mir gut in der Schule vorstellen, um damit durch die Gänge zu flitzen… 🙂

Und das Beste: Ich war auch im „Lokomat“ – eine Art Robotergerät, um das physiologische Gangmuster zu trainieren. Das war der Hammer! Mama und Papa haben davon ein Kurz-Video gemacht – das sah und sieht unglaublich aus, wie ich da im „Lokomat“ so richtig laufe… Ich glaube, da haben Mama und Papa die eine oder andere Träne wegdrücken müssen… 😉

Seit Samstag bin ich wieder zuhause, jetzt heißt es: Warten auf meinen Galileo-Kipptisch. Der kommt wieder per Spedition, dann habe ich den für vier Monate wieder in meinem Zimmer. Meinen Trainingsplan habe ich schon – es kann also wieder losgehen… 😉