Volle UK-Power (1)

Ich habe ja schon in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder mal zwischendurch angedeutet, dass in Sachen UK (= Unterstützte Kommunikation) ordentlich Schwung reingekommen ist bei mir. Also Zeit für ein kurzes Update, Teil 1. …

Über meine UK-Wand und den Einsatz der Metacom-Symbole habe ich ja schon berichtet. Anfang des Jahres war uns (Mama, Papa und unserer tollen Fachbegleitung Beate Schrader vom Institut für Gelingende Kommunikation) aber auch klar, dass wir zwei zentrale Themen angehen müssen: Welche neue Kommunikationshilfe (Talker) brauche ich? Und wie steuere ich den dann neuen Talker am besten an?

Dafür haben wir die Firma TalkTools ins Boot geholt. Beim ersten Termin im Frühling haben wir erst mal getestet, welche Ansteuerung passend sein könnte. Alle waren sich einig, dass im ersten Schritt ein individuell angepasster Joystick gut für mich sein könnte – und so bekam ich einen Leih-Joystick zum Testen. Als passendes Spiel zum Üben haben wir uns dann die Lernsoftware „CatchMe“ gekauft.

Schnell wurde deutlich: Das klappt gut! Ruckzuck wusste ich, dass ich die das steuere, was auf dem Bildschirm passiert! Meine SPZ-Ergotherapeutin hatte dann die Idee, den Joystick-Griff anpassen zu lassen und einen für mich passenden Silikon-Griff bauen zu lassen.

Auch das klappt bislang echt gut – trotz meiner vorhandenen motorischen Einschränkungen. Ich habe jedenfalls echt viel Spaß daran, selber per Joystick spielen zu können – und Erfolgserlebnisse beim Spielen motivieren mich natürlich umso mehr!

Wie es jetzt aktuell weiter geht in Sachen Ansteuerung und Kommunikationshilfe, das schreibe ich Euch dann in Teil 2… Fortsetzung folgt! 😉

Meine UK-Wand

Ich habe seit heute was Neues zuhause: meine eigene Kommunikationswand! Das wird jetzt meine zentrale Stelle sein zum Kommunizieren. Diese tolle Idee haben sich Mama und Papa bei der tollen UK-Seite bild-boxen.de abgeguckt.

So sieht meine UK-Wand – erstmal – aus und wird natürlich noch mit weiteren Metacom-Symbolen und Bildern „gefüttert“. Mama und Papa haben bei IKEA die Magnettafel „Vemund“ gekauft und an die Wand im Flur aufgehängt. Da komme ich auf meinen Wegen zwischen Wohnzimmer, Küche und meinem Zimmer eh immer vorbei – also der ideale Kommunikationsort. Und an der Wand kann ich über meine verschiedenen UK-Materialien jetzt immer zeigen, was ich will und möchte. Klasse!

Die Ideen holen sich Mama und Papa immer von der absolut tollen Seite bild-boxen.de – sehr empfehlenswert! Klickt mal rein, um auch tiefer in das Thema UK einzutauchen!

Ansonsten bin ich ja nach meiner Kupferhof-Woche wieder zuhause. Es hat alles geklappt in Hamburg, leider habe ich mir da aber einen nicht so schönen Infekt eingefangen und hing im zweiten Teil der Woche ziemlich in den Seilen mit Husten und Schniefnase. Eine Nacht musste ich den Nachtdienst auch mit einem Krampfanfall „beglücken“… 🙁

Es geht aber wieder bergauf und ich bin schon wieder in der angekündigten Ferienbetreuung mit meinem „Buddy“ Pia. Also: Bei mir ist weiterhin viel Ferienaction angesagt!

Mein Gebärdenbuch

Ich habe länger nichts mehr von mir hören lassen – wird mal wieder Zeit für Neuigkeiten bei meinen UK-Aktivitäten. Denn da tut sich viel: Ich habe nämlich jetzt ein Gebärdenbuch – das mir total gut hift bei meiner Kommunikation.

Nochmal für alle Nicht-UKler zur Einordnung: UK steht für Unterstützte Kommunikation. Gemeint sind Methoden und Hilfsmittel, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dabei helfen, besser kommunizieren zu können. Ich habe hier in meinem Blog ja schon häufiger darüber berichtet, wie ich über meinen Talker kommuniziere. Ich kann aber auch anders kommunizieren – z.B. über Gebärden.

Wer mich nicht genau kennt, staunt darüber, wieviel ich verstehe. Ich habe einen total guten passiven Wortschatz und bekomme total viel mit. Mein „Problem“ ist ja, dass ich nicht sprechen kann – aber ich kann im Rahmen meiner körperlichen Möglichkeiten mich richtig gut über Gestik und Mimik ausdrücken – und über gelernte Gebärden.

Ein Beispiel gefällig? Wenn ich nach dem Essen satt bin, mache ich die Gebärde für „fertig“. Die Gebärden lerne ich durchs Zugucken und Nachmachen – und über mein Gebärdenbuch. Denn da sind die Gebärden auch nochmal über Metacom-Symbole hinterlegt, die ich wiederum auch auf meinem Talker oder auf anderen Hilfsmitteln habe. Und so lernen wir alle gemeinsam und miteinander…

Eine tolle Sache, das Gebärdenbuch! Die Idee kam von meinen Lehrern. Die haben sich gedacht, dass ein solches Buch total hilfreich ist z.B. auch bei einem Lehrer- oder Therapeutenwechsel, da wir dann nicht „bei Nul“ wieder anfangen müssen. Übrigens gibt’s noch weitere Neuigkeiten in Sachen UK. Darüber berichte ich aber beim nächsten Mal… 😉