Im Corona-Glück – vorerst

Gut gelaut zurück aus meiner Kupferhof-Woche bin ich seit heute wieder in der Schule – in der jetzt in der sogenannten „Lockdown light„-Zeit wieder vieles anders ist. So gilt auch bei uns jetzt die Maskenpflicht auch für uns Schüler. Und heute Nachmittag kam dann noch die Nachricht, dass es in meiner Schulklasse einen bestätigten Corona-Fall gibt – und ich die einzige bin, die weiter zur Schule darf…

Aber mal alles der Reihe nach… Gestern kam zunächst die Info, dass nun auch wir Schüler eine Maske in der Schule tragen müssen – was ich grundsätzlich völlig richtig finde in der heutigen Zeit. Allerdings kann ich aufgrund meiner Beeinträchtigungen nun mal keine Maske tragen – das klappt beim besten Willen nicht. Also haben Mama und Papa von unserer Kinderärztin eine Bescheinigung zur Befreiung geholt.

Soweit so gut. Die ganze Entwicklung lässt uns aber irgendwie ratlos zurück. Denn auch in Osnabrück gilt ja mittlerweile eine Maskenpflicht in der gesamten Innenstadt. Was ist nun aber, wenn ich mal mit Mama und Papa in der Innenstadt unterwegs bin? Zum Beispiel am Freitag, wenn ich zum Zahnarzt muss? Muss ich dann meine Bescheinigung vor mich her tragen – um so zu verhindern, dass wir von anderen komisch angeguckt werden? Ach wie schön wäre es, wenn es seitens der Verantwortlichen etwas mehr Transparenz und Aufklärung darüber gäbe, dass es auch Menschen gibt, die keine Maske tragen können und daher von der Pflicht befreit sind…

Leider passiert das aber nicht. Und so wird es weiter Nachrichten und Meldungen geben, dass Menschen mit einer auf den ersten Blick nicht so offensichtlichen Behinderung angepöbelt werden, wenn sie keine Maske tragen – trotz einer Bescheinigung über die Maskenpflicht-Befreiung. Und das ist sehr bitter…

Was schließen wir daraus? Wir werden die Innenstadt so gut es geht meiden, um genau solche Situationen zu vermeiden. Das nennt man dann übrigens Exklusion – das Gegenteil von Inklusion…

Aber zurück zum Thema: Heute Nachmittag kam die Info, dass es einen bestätigten Corona-Fall in meiner Klasse gibt. Alle müssen jetzt zuhause bleiben – nur ich nicht. Warum? Ich war vergangene Woche ja gar nicht in der Schule, sondern im Kupferhof. Somit hatte ich keinen Kontakt – und kann nun weiter zur Schule gehen, wenn auch dann in eine Nachbarklasse der gleichen Kohorte.

Das nennt man dann irgendwie „Glück in Corona-Zeiten“ – zumindest vorerst. Denn machen wir uns nichts vor: Jetzt startet in den Schulen zwar das sogenannte „Szenario B“ mit geteilten Klassen. Aber es ist eine Frage der Zeit, dass alle Schulen schließen. Und das wird mit Blick auf die rasant steigenden Corona-Zahlen schon bald der Fall sein… Tolle Aussichten…

Zähne top, Haare kurz

Die letzten beiden Tage waren mal wieder sehr aufregend: Gestern war ich beim Zahnarzt, heute beim Friseur: Beide Termine waren erfolgreich: Zähne top, Haare kurz… 🙂

Vielleicht erinnert Ihr Euch: Meine Zahnarzt-Termine liebe ich ja über alles… (Ironie aus). Ich weiß immer schon genau was los, wenn ich in das Behandlungszimmer komme. Meine erste Reaktion: Ich mache dann immer meinen Mund ganz klein und ziehe die Lippen ein. Mein Zahn-Doc ist aber super: Der bleibt immer ganz ruhig und ist superschnell bei der Kontrolle, wenn ich wie am Spieß losbrülle…

Mein Zahn-Doc ist jedenfalls super-begeistert: Alles top, besser geht’s nicht – da zahlt sich mein Zähneputzen also aus…

Diesen Schwung habe ich dann heute gleich mitgenommen zu meinem Friseur-Termin. Da war ich schon wochenlang nicht mehr, so dass meine Haare schon „wucherten“… 😉 . Heute hieß es dann: Sommerschnitt, Haare ab! Da lagen nachher aber einige Kilo Haare auf dem Boden… 🙂 . Ich habe schon gesagt, dass ich zur Delphintherapie dann aber die Haare mal so richtig kurz haben müsste. Mal sehen, wie das aussieht…

Nach solchen Erfolgserlebnissen hätte ich morgen dann zu meinem dritten Erlebnistermin in Folge aufbrechen sollen – und zwar zum Ambulanz-Termin für das „Auf die Beine„-Programm in der UniReha Köln. Aber: Heute kam der Anruf, dass der Termin kurzfristig ausfällt. Auch nicht schlimm – dann habe ich mal einen Tag Terminpause… 😉

1 Jahr EasyPull

Ok, ich habe mich echt etwas länger nicht gemeldet – dabei ist doch genug passiert in den vergangenen Wochen. Doch dazu komme ich gleich – denn in diesen Tagen gibt’s was Schönes zu Feiern! 1 Jahr unser neues rollstuhlgerechtes Auto!

Unglaublich, dass der Tag der Autoübergabe schon über 1 Jahr her ist. Was war das für ein unglaublicher Moment und vor allem für eine unglaubliche Geste! Wir sind dem Meppener Familienunternehmen Pro Urban noch immer so dankbar für das Auto-Sponsoring!

Seitdem wollen wir unseren Caddy mitsamt EasyPull-System nicht mehr missen! Es ist jetzt so schön einfach, wieder am Leben teilhaben zu können – weil wir problemlos überall hinfahre können! Sei es zur Botox-Behandlung ins SPZ (da war ich vor ein paar Wochen wieder), zum Urlaub in den Kupferhof nach Hamburg (da waren wir in der Woche über den 1. Mai), zum Zahnarzt (da muss ich – leider – am Dienstag hin) oder zum „Auf die Beine„-Ambulanz-Termin in der UniReha Köln (ist am Donnerstag) – alles kein Problem…

Unser Auto ist perfekt für uns – und die Entstehung immer noch ein kleines Wunder. Dank Marisa Möller und Torsten Jansen, den beiden Geschäftsführern von ProUrban