ich melde mich zurück – nach einer ganz schön langen Blog-Pause. Und ja, boah, das Leben zwischen den Zeilen hatte in den vergangenen Monaten wirklich ordentlich Power drin… 😉
Zuallererst einmal: DANKE, dass Ihr in den vergangenen Jahren mitgelesen habt – hier auf Amelie Wundertüte, seit 2016 mein digitales Zuhause, mein kleines Fenster in diese große Welt. Was hier passiert ist, war mehr als „nur ein Blog“.
Ich habe (mit Papa als „Ghostwriter“) in den 10 Jahren darüber erzählt, was es bedeutet, mit einer komplexen Behinderung aufzuwachsen – aus meiner Sicht und mit all dem, was schön und manchmal auch blöd ist. Von Alltagsthemen bis zu Herausforderungen mit Ärzten und Krankenkassen, von fröhlichen Festtagen bis zu den schwierigen Tagen mit OPs und Bürokratie – wir haben gemeinsam viel erlebt, gelacht und manchmal auch geflucht.
Ich wollte Berührungsängste abbauen, Verständnis schaffen und anderen Familien ein Stück Mut schenken. Und ich glaube, das ist mir auch ein kleines Stück gelungen.
Warum war es so lange still?
Um nun das „Geheimnis“ zu lüften (was eigentlich keines ist): Ich bin nun eine „Eversheldin“ und von zuhause ausgezogen. Und der Umzug aus Zuhause bei Mama und Papa in die Selbstbestimmte Wohngemeinschaft „Evershelden“ hier in Osnabrück war mehr als ein logistisches Projekt. Es war ein emotionaler Meilenstein – ein richtiger Lebensmoment, der viel Raum gebraucht hat.

Die Wochen und Monate drumherum waren voll mit den Vorbereitungen für meinen 18. Geburtstag, all dem rechtlichen Drumherum, dem Wechsel vom SPZ ins MZEB und mit unzähligen Terminen, die uns ordentlich auf Trab gehalten haben. Ich wollte längst und immer wieder was schreiben – und irgendwie kam dauernd das echte Leben dazwischen.
10 Jahre Blog – was bleibt?
Der Blog war (und ist!) sehr lohnenswert. Wir haben wundervolle Menschen kennengelernt, wertvolle Kontakte gewonnen – und oft war der Austausch ein Raum, in dem wir nicht allein standen. Durch Euer Feedback wurde dieser Ort mehr als nur ein Tagebuch.
Rückblickend freue ich mich riesig, dass wir hier so offen erzählen konnten – von echten Herausforderungen genauso wie von Momenten, die Kraft und Freude gegeben haben. Vielleicht konnten wir damit gerade anderen Familien ein kleines Stück Mut schenken – „Ja, das darf ich zeigen. Ja, darüber darf ich sprechen.“
Und das kann niemand uns mehr nehmen.
Was jetzt?
Ich habe lange überlegt, wie es weitergeht – und bin zu einem ganz klaren Gefühl gekommen: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, diesen Blog ein Stück weit loszulassen. Nicht einfach abzuschalten, sondern bewusst Raum zu schaffen für Neues: Mein erwachsenes Leben hier in der WG, neue Begegnungen und die viele weitere Dinge, die anstehen und kommen.
Also: 👉 Amelie Wundertüte läuft aus. Nicht plötzlich, nicht im Stillen – sondern in großer Dankbarkeit. Für alles, was war. Für jeden Kommentar, jede Mail, jede Begegnung.
Vielleicht ist es auch ein Ende mit einem kleinen Lächeln: ein Kapitel, das sich schließt, damit andere Türen geöffnet werden können.
Von Herzen: DANKE
Danke an jede einzelne Person, die hier gelesen, geteilt, mitgedacht hat. Danke für die vielen Gespräche und den Austausch, der manchmal mehr bedeutet hat als Worte. Danke für das Vertrauen und das Gefühl, in einer Community zu sein – kein „Nebenher-Lesen“, sondern echtes Miteinander.
Und wer weiß? Vielleicht schreibe ich irgendwann nochmal – aber dann anders, mit einem neuen Blick. Für’s Jetzt gilt: Dieser Blog hat sein Ziel erfüllt.
Der „Blick durchs Schlüsselloch“ wird künftig auf der Webseite der Evershelden weitergehen. Dort wird sichtbar, was selbstbestimmtes Wohnen wirklich bedeutet. Nicht theoretisch – sondern praktisch.
Und wer Papas Gedanken vermisst: Der schreibt zwischendurch immer mal wieder als „Amelie-Papa“ auf LinkedIn. Ganz aufhören mit dem Erzählen – das können wir wohl einfach nicht 😉 .
DANKE, Eure Amelie







