Wunder geschehen

Es gibt sie doch: die Situationen, die eigentlich undenkbar und unvorstellbar sind, dann aber doch eintreten. Genau dafür gibt es ein schönes und passendes Wort – das Wunder. Mir ist jetzt ein solches Wunder passiert: Das Meppener Familienunternehmen Pro Urban sponsert uns ein rollstuhlgerechtes Auto!

Aber mal alles der Reihe nach. Wie Ihr wisst, habe ich meinen Blog im vergangenen Sommer gestartet – und hier auch von meinen beiden Herzenswünschen berichtet: ein rollstuhlgerechtes Auto und eine Delphintherapie. In den vergangenen Wochen und Monaten haben ganz viele Menschen meinen Blog gefunden – mal zufällig, mal durch Mund-zu-Mund-Propaganda. So war es auch bei den beiden Geschäftsführern von Pro Urban, Marisa Möller und Torsten Jansen. Beide hatten über meinen Patenonkel von mir und meinen Wünschen und Träumen erfahren – und sich kurzerhand dazu entschlossen, mir einen Herzenswunsch zu erfüllen! Und zwar das rollstuhlgerechte Auto!

Am Mittwoch war es dann soweit: Marisa Möller und Torsten Jansen konnten Mama, Papa und mir das neue Auto übergeben – das war ein unglaublicher Moment. Es ist gar nicht so richtig in Worte zu fassen, was dies alles insbesondere bei Mama und Papa für Emotionen auslöst: Dankbarkeit, Erleichterung und auch eine Art Aufbruchstimmung. Denn das neue tolle Auto eröffnet mir und uns ganz neue Möglichkeiten! Durch den rollstuhlgerechten Umbau des VW Caddy Maxi mit dem neuartigen „EasyPull„-System ist es jetzt viel einfacher, mich im Rolli zu transportieren. Mit der „EasyPull„-Vorrichtung werde ich vollautomatisch in den Caddy gezogen – Mama und Papa müssen mich also nicht mal die Rampe hochschieben!

Mama und Papa sind dem gesamten Team von Pro Urban um Marisa Möller und Torsten Jansen für ihr einzigartiges „Amelie-Sponsoring“ sehr, sehr dankbar. Und wie gesagt: Manchmal geschehen doch Wunder…

Galileo at home

Heute ist er (endlich!) per Spedition eingetroffen: mein Galileo-Kipptisch für mein Trainingsprogramm zuhause. Ich hatte jetzt notgedrungen 10 Tage Trainingspause und konnte ja zuhause noch nicht mit meinem Programm starten. Jetzt kann es also losgehen – und das 6 Monate lang…

Das von den Ärzten und Therapeutinnen in Köln ausgearbeitete Programm „Galileo at home“ (so nennt Papa das… 😉 ) hat es in sich: 10 Trainingseinheiten soll ich in der Woche machen, jede Einheit besteht aus 3 Einzelübungen am Galileo-Gerät. In Köln hatten wir ja insgesamt 6 für mich passende Übungen zusammengestellt – in welcher Reihenfolge ich die mache, ist aber egal. Hauptsache, ich komme auf mein Wochenpensum. Und Mama und Papa müssen das alles schön dokumentieren…

Der senkrecht, schräg und waagerecht einstellbare Galileo-Kipptisch steht jetzt in meinem Kinderzimmer und nimmt ganz schön viel Platz ein. In waagerechter Liegeposition ist der Kipptisch 180 cm lang – gut, dass mein Zimmer recht groß ist. Aber in meinem Zimmer stehen ja schon mein Pflegebett, mein MOTOmed-Bewegungstrainer, mein Schräglagerungssystem, eine Therapiematte, eine Lagerungsinsel… und das dauerhaft, also immer. Es wird also etwas enger. Aber der Vorteil ist, dass ich alles kompakt in meinem Zimmer habe. Das macht es für uns alle etwas einfacher. Also: Mein „Galileo at home“ kann losgehen! …

Auf die Beine: Endspurt!

Wir sind auf der Zielgeraden – meine zwei Wochen hier beim „Auf die Beine„-Programm in Köln neigen sich dem Ende entgegen. Und ehrlich gesagt: Ich bin echt kaputt… Aber diese zwei Wochen waren ja erst der Anfang: Zuhause geht’s mit meinem Trainingsprogramm weiter.

Die Ärzte und meine beiden Haupttherapeutinnen – ich kann mich nur wiederholen: Die sind echt klasse! – sind jedenfalls ganz begeistert von mir. Ich habe nämlich das anstrengende Intensiv-Programm hier richtig gut mitgemacht. So gut, dass das Team hier entschieden hatte, meine Therapieziele anzupassen. In der zweiten Woche haben wir ganz viel und intensiv das gestützte Gehen trainiert – und zwar mit einem sogenannten Posterior-Walker. Anders als bei meinem bisherigen NF-Walker zuhause muss ich mit diesem Posterior-Walker nämlich dauerhaft mein Körpergewicht selbständig tragen und „hänge“ nicht so sehr im Gerät drin – das ist also wesentlich anstrengender, aber stärkt meine Muskulatur.

Ich habe heute meine „Trainingsmappe“ für zuhause erhalten. Denn das „Auf die Beine“-Programm ist ja nur wirkungsvoll, wenn ich zuhaue weitertrainiere. Die zwei Wochen hier waren sozusagen zunächst die „motorische Schatzsuche“ – so hat es der Ärztliche Leiter, Prof. Dr. Eckhard Schönau, in seinem Vortrag genannt. Dabei ging es darum herauszufinden, was ich alles kann und wie ich an meine motorischen Leistungsgrenzen komme. Kernstück ist ja das Galileo-Gerät – und das bekomme ich jetzt per Spedition nach Hause geliefert. Und in meinem Traininsprogramm steht jetzt, dass ich zehn Einheiten á drei Übungen die Woche zuhause machen „darf“… 😉

In drei Monaten, Ende Juli, bin ich dann wieder für eine Woche hier in Köln. Dann wird geguckt, wie mein Training zuhause war und ob und wie ich mich motorisch verbessert habe. Also: Weiter geht’s zuhause… 😉