Wundertüte 2.0

Was waren die vergangenen Monate aufregend! So vieles ist passiert, seit ich meinen Blog vor gerade einmal 10 Monaten, im Juli 2016, gestartet habe. Zeit für eine erste Zwischenbilanz – auch wenn die normalerweise immer erst nach einem Jahr oder später gezogen wird. Aber nach der Erfüllung eines ersten Herzenswunsches ziehe ich die Zwischenbilanz ganz bewusst vor…

Mama und Papa sind in den vergangenen Tagen natürlich von ganz vielen Seiten angesprochen worden. Besonders der Artikel in der NOZ vom unglaublich tollen „Auto-Sponsoring“ der Meppener Firma „Pro Urban“ hat ganz viele weitere Menschen auf meinen kleinen aber feinen Blog geleitet. Und natürlich freuen sich alle für mich und uns mit, dass mein erster Herzenswunsch so schnell erfüllt werden konnte – damit konnte ja nun wirklich niemand rechnen.

Nach dem Stöbern in meinem Blog haben aber auch einige ganz vorsichtig gefragt, ob wir denn jetzt überhaupt noch weitere Unterstützung benötigen, wenn doch der erste Herzenswunsch erfüllt wurde. Und klar: Die Frage ist ja auch berechtigt – und beantworte ich gerne. Ich sage dann immer: Natürlich ist eine weitere Unterstützung willkommen! Denn ich habe ja noch zumindest einen weiteren großen Herzenswunsch: die Delphintherapie. Die ist ja nun mal doch ziemlich kostenintensiv; eine Beteiligung der Krankenkasse oder anderer Kostenträger ist ja leider ausgeschlossen, da die Delphintherapie trotz mittlerweile zahlreicher positiver Studien nicht anerkannt wird.

Neben diesem zweiten Herzenswunsch gibt es aber noch weitere Wünsche, Maßnahmen, Projekte, die allesamt kostenintensiv sind und entweder gar nicht oder nur zum Teil unterstützt oder gefördert werden: Das sind z.B. die Hippotherapie, weitere erforderliche Betreuungsmöglichkeiten, künftige notwendige barrierfreie Umbauten und, und, und… Fest steht: Auf Mama, Papa und mich kommen auch künftig Kosten zu – und deshalb freuen wir uns auch weiter über jede Hilfe und sind dafür sehr, sehr dankbar! Sozusagen „Amelie Wundertüte 2.0“ 😉

Wunder geschehen

Es gibt sie doch: die Situationen, die eigentlich undenkbar und unvorstellbar sind, dann aber doch eintreten. Genau dafür gibt es ein schönes und passendes Wort – das Wunder. Mir ist jetzt ein solches Wunder passiert: Das Meppener Familienunternehmen Pro Urban sponsert uns ein rollstuhlgerechtes Auto!

Aber mal alles der Reihe nach. Wie Ihr wisst, habe ich meinen Blog im vergangenen Sommer gestartet – und hier auch von meinen beiden Herzenswünschen berichtet: ein rollstuhlgerechtes Auto und eine Delphintherapie. In den vergangenen Wochen und Monaten haben ganz viele Menschen meinen Blog gefunden – mal zufällig, mal durch Mund-zu-Mund-Propaganda. So war es auch bei den beiden Geschäftsführern von Pro Urban, Marisa Möller und Torsten Jansen. Beide hatten über meinen Patenonkel von mir und meinen Wünschen und Träumen erfahren – und sich kurzerhand dazu entschlossen, mir einen Herzenswunsch zu erfüllen! Und zwar das rollstuhlgerechte Auto!

Am Mittwoch war es dann soweit: Marisa Möller und Torsten Jansen konnten Mama, Papa und mir das neue Auto übergeben – das war ein unglaublicher Moment. Es ist gar nicht so richtig in Worte zu fassen, was dies alles insbesondere bei Mama und Papa für Emotionen auslöst: Dankbarkeit, Erleichterung und auch eine Art Aufbruchstimmung. Denn das neue tolle Auto eröffnet mir und uns ganz neue Möglichkeiten! Durch den rollstuhlgerechten Umbau des VW Caddy Maxi mit dem neuartigen „EasyPull“-System ist es jetzt viel einfacher, mich im Rolli zu transportieren. Mit der „Easy Pull“-Vorrichtung werde ich vollautomatisch in den Caddy gezogen – Mama und Papa müssen mich also nicht mal die Rampe hochschieben!

Mama und Papa sind dem gesamten Team von Pro Urban um Marisa Möller und Torsten Jansen für ihr einzigartiges „Amelie-Sponsoring“ sehr, sehr dankbar. Und wie gesagt: Manchmal geschehen doch Wunder…

Galileo at home

Heute ist er (endlich!) per Spedition eingetroffen: mein Galileo-Kipptisch für mein Trainingsprogramm zuhause. Ich hatte jetzt notgedrungen 10 Tage Trainingspause und konnte ja zuhause noch nicht mit meinem Programm starten. Jetzt kann es also losgehen – und das 6 Monate lang…

Das von den Ärzten und Therapeutinnen in Köln ausgearbeitete Programm „Galileo at home“ (so nennt Papa das… 😉 ) hat es in sich: 10 Trainingseinheiten soll ich in der Woche machen, jede Einheit besteht aus 3 Einzelübungen am Galileo-Gerät. In Köln hatten wir ja insgesamt 6 für mich passende Übungen zusammengestellt – in welcher Reihenfolge ich die mache, ist aber egal. Hauptsache, ich komme auf mein Wochenpensum. Und Mama und Papa müssen das alles schön dokumentieren…

Der senkrecht, schräg und waagerecht einstellbare Galileo-Kipptisch steht jetzt in meinem Kinderzimmer und nimmt ganz schön viel Platz ein. In waagerechter Liegeposition ist der Kipptisch 180 cm lang – gut, dass mein Zimmer recht groß ist. Aber in meinem Zimmer stehen ja schon mein Pflegebett, mein MOTOmed-Bewegungstrainer, mein Schräglagerungssystem, eine Therapiematte, eine Lagerungsinsel… und das dauerhaft, also immer. Es wird also etwas enger. Aber der Vorteil ist, dass ich alles kompakt in meinem Zimmer habe. Das macht es für uns alle etwas einfacher. Also: Mein „Galileo at home“ kann losgehen! …