Homeschooling

In der Liste der Begriffe des Jahres 2020 wird dieser bestimmt ganz weit oben sein: Homeschooling. Auch meine Schule hat sich viele Gedanken gemacht, wie insbesondere die Schüler, die als Corona-Risikokinder weiter zuhause sind, am Schulleben teilnehmen können. Und zwar mit „Lernkisten“.

Ich bin ja regelmäßig in der Schule, so dass ich eigentlich keine Lernkisten für zuhause kriege. Dennoch kriege auch ich ein paar kreative Aufgaben, was das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken soll. Gute Idee! Die HHO als Schulträger hat dafür auch eine digitale Cloud-Plattform zur Verfügung gestellt, auf der wir dann Videos und Fotos unserer kreativen Ergebnisse hochladen können.

Meine bisherigen Aufgaben: Das Pflanzen einer Sonnenblume und das Bemalen eines Steins – beides soll künftig einen Platz im Schulgarten haben. Bei beiden Aufgaben hatte ich natürlich Hilfe: Beim Pflanzen hat mit mein Buddy Pia tatkräftig geholfen, beim Steinbemalen meine Patentante Isabell.

Mal sehen, welche Homeschooling-Aufgaben noch auf mich zukommen bis zu den Ferien. Mir hat’s jedenfalls viel Spaß gemacht… 😉

Matsch-Day

Gestern hätten Liebhaber des fröhlichen Rummatschens ihre helle Freude gehabt: Ich habe nämlich meinen Gipsabdruck für meine neue beinlange Nachtlagerungsorthese machen lassen. Das war vielleicht mal eine Sauerei… 😉

Kurz zur Erinnerung: Beim letzten großen Doc-Termin im SPZ haben meine Docs ja eine solche Nachtlagerungsschiene verordnet. Da kommt dann mein linkes Bein komplett rein – von der Fußspitze bis ganz nach oben. Das Ziel: Ich soll mein linkes Bein wieder besser durchdrücken können.

Damit meine Orthopädie-Experten von RAS eine solche passgenaue Orthese bauen können, müssen die aber erst einen Gipsabdruck von meinem Bein machen. Und so wurde mein Bein eingegipst (zwei Leute waren notwendig – plus Papa oben an meinem Kopf, um mich ruhig zu halten) und dann nach kurzer Aushärtungszeit wieder aufgeschnitten. Aus diesem Modell bauen die Experten dann die Orthese.

Alles hat gut geklappt – aber danach sah der Raum aus wie ein Schlachtfeld! Gut, dass wir das bei RAS gemacht haben und nicht zuhause auf meinem Bett – so gut hätten Mama und Papa das nie mit Folie und Handtüchern auslegen können…

In den kommenden Tagen ist dann erste Anprobe und danach wird das fertige Modell gebaut. Und dann kriege ich die neue Nachtlagerungsschiene immer kurz vorm Schlafengehen angelegt – in der Hoffnung, dass sie mir dabei hilft, mein linkes Bein besser durchdrücken zu können.

Übrigens: Meinen Botox-Termin musste ich verschieben. Neuer Termin ist im Juli.

Mein Gebärdenbuch

Ich habe länger nichts mehr von mir hören lassen – wird mal wieder Zeit für Neuigkeiten bei meinen UK-Aktivitäten. Denn da tut sich viel: Ich habe nämlich jetzt ein Gebärdenbuch – das mir total gut hift bei meiner Kommunikation.

Nochmal für alle Nicht-UKler zur Einordnung: UK steht für Unterstützte Kommunikation. Gemeint sind Methoden und Hilfsmittel, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dabei helfen, besser kommunizieren zu können. Ich habe hier in meinem Blog ja schon häufiger darüber berichtet, wie ich über meinen Talker kommuniziere. Ich kann aber auch anders kommunizieren – z.B. über Gebärden.

Wer mich nicht genau kennt, staunt darüber, wieviel ich verstehe. Ich habe einen total guten passiven Wortschatz und bekomme total viel mit. Mein „Problem“ ist ja, dass ich nicht sprechen kann – aber ich kann im Rahmen meiner körperlichen Möglichkeiten mich richtig gut über Gestik und Mimik ausdrücken – und über gelernte Gebärden.

Ein Beispiel gefällig? Wenn ich nach dem Essen satt bin, mache ich die Gebärde für „fertig“. Die Gebärden lerne ich durchs Zugucken und Nachmachen – und über mein Gebärdenbuch. Denn da sind die Gebärden auch nochmal über Metacom-Symbole hinterlegt, die ich wiederum auch auf meinem Talker oder auf anderen Hilfsmitteln habe. Und so lernen wir alle gemeinsam und miteinander…

Eine tolle Sache, das Gebärdenbuch! Die Idee kam von meiner neuen UK-Begleiterin und meiner Klassenlehrerin. Übrigens gibt’s noch weitere Neuigkeiten in Sachen UK. Darüber berichte ich aber beim nächsten Mal… 😉